Rückblick auf das SPT Anwender-Café: In unserem September-Call widmeten wir uns einem zentralen Prinzip des Social Presencing Theater (SPT), das Arawana Hayashi wie folgt benannt hat: “Every movement has a beginning, a middle part and an ending”.
Nach dem vorherigen sommerlichen Ausflug zum Thema Stuck, erforschten wir nun gemeinsam, wie wir durch das Erkennen natürlicher Prozessenden und bewusster Übergänge Raum für Entschleunigung und Neues schaffen können.
Wahrnehmen praktizieren
Entschleunigung durch das Erkennen des Endes
Der rechtzeitige Stopp: Wer den natürlichen Endpunkt einer Aktivität oder eines Prozesses rechtzeitig wahrnimmt und annimmt, vermeidet ein Überschießen von Zielen sowie das unnötige Verbrennen von Kraftreserven. Dadurch wird eine nachträgliche, oft benötigte Entschleunigung überflüssig, weil man balanciert angekommen ist.
Kultur der Anfänge vs. Stille beim Beenden: Während gesellschaftlich das Starten neuer Projekte gerne gefeiert und mitgeteilt wird, fehlt meist die Kultur und der bewusste Raum für das Beenden von Vorhaben.
Präsenz im Dialog: Das Ende des eigenen Wortbeitrags finden
Sprechen aus der Präsenz: Wenn wir im Gespräch nicht vollkommen im gegenwärtigen Moment verankert sind, verlieren wir leicht das Gefühl für den natürlichen Endpunkt unserer Ausführungen. Mangelnde Präsenz verleitet oft dazu, „zu viel zu quatschen“ oder den Ausstieg hinauszuzögern, während echte körperliche Präsenz Worte präzise auf den Punkt bringt.
Bewusste Übergänge und der geschlossene Gestaltzyklus
Unabgeschlossenes erzeugt Unruhe: Schwebende Phasen oder unvollendete Aufgaben verbleiben im System und führen zu einer anhaltenden inneren Unruhe.
Gezielte Gestaltung von Übergängen: Das gemeinsame und bewusste Beenden – wie etwa beim Auszug von Kindern aus dem Elternhaus oder der Übergabe von langjährigen Rollen – schafft wohltuende Klarheit und verhindert ein lähmendes Feststecken im undefinierten Übergang.
Das Ende als Nährboden & Raumschaffer (Natur-Analogie)
Kompostierung von Altem: In der Natur (Herbst/Winter) muss altes Material erst zerfallen und kompostiert werden, um den fruchtbaren Boden für das kommende Frühjahr zu bilden.
Begrenzte Kapazität: Da die menschliche Aufnahmekapazität limitiert ist bzw. scheint, schafft erst das mutige Beenden von Projekten den Raum, in dem überraschend Neues entstehen kann.
Die Übungen
Ergänzend zum vielschichtigen und vielseitigen Thema „Ende“, welches wir im Dialog hinreichend kognitiv und verbal bewegten, entschlossen wir uns zu folgenden Körpersequenzen:
Mikro-Bewegung im Aufmerksamkeitsfeld: Nacheinander ließen die Teilnehmenden im Uhrzeigersinn jeweils eine kleine körperliche Bewegung im sichtbaren Fensterausschnitt der Kamera (Kopf und Hände) entstehen.
Erspüren des Verlaufs: Alle folgten der aufkeimenden Bewegung, nahmen ihren Verlauf (Anfang und Mittelteil) wahr und richteten die volle Achtsamkeit auf den Moment, in dem die Bewegung ihren ganz natürlichen, eigenen Endpunkt fand.
Resonanz wahrnehmen: Wir beobachteten, wie die jeweiligen Beiträge das gemeinsame Feld veränderten und inspirierte.
Ausklang (Geerdete Stille & Leichtigkeit): Durch die verkörperte Mikro-Übung am Ende wich die verbliebene Unruhe einer geerdeten Stille, wohltuenden Verbundenheit und wohlig-leichten Energie.
Einladung nächstes Treffen
Wir setzen unsere gemeinsamen Forschungsreisen im Oktober fort:
Wann: Mittwoch, den 28. Oktober 2026 um 16:00 Uhr (wie gewohnt am 4. Mittwoch im Monat via Zoom).
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Herzlich Dirk Bräuninger (Mitglied LEA Education)

