Netzwerken: Auf Wegen zur einen Welt

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Von Stefan Braun

Wie soll ich zurechtkommen – mit der Welt, mit den anderen, mit mir? Diese Frage unterstellt, ich stünde all dem gegenüber auf einsamem Posten. Sogar mir selbst – in meinen seelischen und körperlichen Zu- und Anfälligkeiten, mit denen ich seit je klarkommen muss.

Diese Zweiteilung: Ich und Welt / Ich und die anderen / Ich und Ich – ist belastend für dieses einsame Ich. Und sie ist falsch. Sie folgt dem Dualismus, der spätestens mit Descartes in die Welt kam: Geist und Materie / Subjekt und Objekt … Ein weltverlassenes Ich objektiviert … am Ende sogar sich selbst. Die Welt als Ressource, die anderen als Ressource, ich selbst als Ressource der Arbeit an meiner Selbstrealisation.

Zum Glück erodiert diese Konstellation gerade – zugunsten des einen großen Ganzen, in das ich hineingehöre. Ein neues Inmitten, in das wir gehören. In das ich und wir zusammen mit der Natur gehören.

Sinnbild dieses Inmitten ist das Netz. Und den Weg dorthin bahnen Netzwerker/innen. Sie engagieren sich für eine Welt ohne Gegenüber / ohne Kampf / ohne Angst und ohne Kontrolle. Der Blick: in die Breite gerichtet – nicht mehr im Bann einer „anderen Seite“. Stattdessen: Alle auf einer Seite.

Foto © Kilian Brüß

Netzwerken als Kunstform. Und Netzwerken als Realisation einer Welt des Zusammenseins. Als Realisation eines neuen Paradigmas, bei dem die Welt wieder das wird, was sie eigentlich immer schon war: ungeteilt. Da verschwimmen Innen und Außen. Das innere Team findet sich im Zusammensein mit anderen – in äußeren Teams.

Katharina Wyss-Schley und ihr Team von LEA Education – sie üben sich in der Kunstform des Netzwerkens. Sie bringen zusammen und sind darin Botschafter der einen, neuen Welt, in der es keiner Ausbeutung (der Natur / anderer Menschen / meiner selbst) bedarf, um glücklich zu sein.

Text: Dr. phil. Stefan Braun, Studium Lehramt der Sekundarstufen I und II in den Fächern Deutsch, ev. Theologie und Philosophie; Promotion in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft; ausgebildeter Schulentwicklungsbegleiter; Lehrer; Autor im Themenfeld Bildung und Systemtheorie: „Wo die Zukunft sitzt – Plädoyer für eine Schule der Möglichkeiten“, 2025, Essay, Carl Auer Verlag

Rückblick Lesung im Juli 2025 im RealLabor Göttingen

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Stefan Braun für dieses philosophische Geschenk.